(24/24) Größere Zusammenhänge: Frohe Weihnachten!

rd | 25. Dezember 2016, 13:48 | 6 Kommentare
Als Graf Balderich von Drenthe und Düffelgau, auch von Upladen genannt, zwischen 1014 und 1016 in Zyfflich eine Kirche stiftete, gab es noch kein Internet (Foto: Brigit Merfeld)

Als Graf Balderich von Drenthe und Düffelgau, auch von Upladen genannt, zwischen 1014 und 1016 in Zyfflich eine Kirche stiftete, gab es noch kein Internet (Foto: Brigit Merfeld)

So weit die Geschichtschreibung zuverlässig ist, waren Graf Balderich von Drenthe und Düffelgau, auch von Upladen genannt, und seine Frau Adela von Hamaland habgierige Zeitgenossen, die bereit waren, alles aus dem Weg zu räumen, wenn es möglich erschien, ihren Landbesitz zu erweitern – sogar die eigene Verwandtschaft. Allerdings nutzten sie ihr auf diese Weise angehäuftes Vermögen (aus schlechtem Gewissen?) vor recht genau tausend Jahren für eine Tat, die unbedingt zu loben ist: Sie stifteten ein Kloster und eine Kirche, die auf einer Flugsanddüne im Dorf Zyflich errichtet wurde. Das 1000-jährige Bestehen dieses Gotteshauses, der St.-Martins-Kirche, wird seit dem 11. Dezember und noch bis zum 17. Dezember 2017 ein Jahr lang gefeiert.

Die Kirche überdauerte die Wechselfälle der Geschichte, sie überstand Umbauten, Erweiterungen, Brände und Bombenangriffe. Die in die Mittelschiffarkaden eingebauten Kapitelle, insbesondere das sogenannte „Atlantenkapitell“, zählen zu den bedeutendsten ottonischen Großplastiken des Rheinlandes. Beim Wiederaufbau nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs wurde versucht, der Kirche ihr ursprüngliches Aussehen zurückzugeben. Die Glasbilder der Fenster wurden 1960 von Ludwig Baur entworfen. 1961 wurde die Kirche neu geweiht.

Auferstanden aus Ruinen: Zyfflicher Kirche 1948

Auferstanden aus Ruinen: Zyfflicher Kirche 1948

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6 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 6. Beobachter

    Infos gibt’s auch im Befrijdingsmuseum in Groesbeek, wo unter anderem die große Schlacht am NiederRhein mit einem audiovisuell unterstütztem Diorama gezeigt wird.

     
  2. 5. Günter Hoffmann

    @2.. siehe „Schlacht im Reichswald“ oder OP Veritable (Wikipedia) Karten zeigen das die Kirche wohl den Verteidigern und den Angreifern „im Weg “ war.

     
  3. 4. 1586 Schenkenschanzer Advokat

    Ein Besuch der Kirche lohnt sich wirklich. Familie Frische aus Kleve/Bedburg-Hau war in der St. Martin Kirche schon mehrfach künstlerisch tätig.

    Vor Jahren hat Familie Frische den geschmiedeten Kronleuchter erstellt (Figuren auf dem Leuchter von Heiermann aus Lindenholz). Ich erinnere mich noch an die Zeit, als die Familie in Ihrem Atelier an dem großen geschmiedeten Kronleuchter arbeitete.

    Schön, dass es lokale Künster gibt, die über Fähigkeiten verfügen einen St. Martins Leuchter hier vor Ort zu schmieden.

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat die Familie Frische auch vor Jahren an den bunten Glasfenster gearbeitet.

     
  4. 3. laloba

    … und deshalb ein schönes Ziel auch für einen Ausflug zwischen den Jahren … und anschließend bei Polm nebenan was essen … ländliche (Nach-) Weihnachtsatmosphäre

     
  5. 2. Lohengräm

    Weiss jemand warum genau die Kriche so stark gelitten hat im 2. Weltkrieg?
    War es schlicht ein Häuserkampf um Zyfflich? Luftangriffe? Artilleriegeschosse/fehlgänger aus grösseren Operationen wie Market Garden?

    An sich würde ich ja sagen, ist Zyfflich – teils noch heute, trotz der hohen Mobilität durch das Auto- ein verschlafenes friedliches Dorf in den unendlichen Weiten der Rheinpolder, militärisch und strategisch uninteressant.
    Wieso wurde hier so hart gekämpft?

     
  6. 1. schlips

    Eine der schönsten- weil schlichtesten Kirchen, die ich kenne! Ein echter Ort des Friedens!